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ch wollte eigentlich nie einen Blog schreiben, der wie in einem Tagebuch über private Dinge berichtet und sich über persönliche Befindlichkeiten auslässt. Aber manchmal sind es eben diese Momente, die einen berühren und über die man auch Tage später noch nachdenkt. Als ich mich mit Anke letzten Freitag im Übereck getroffen habe, hat mich das gefreut, weil es spontan war. Denn eigentlich wollte ich wegen meiner Kopfschmerzen lieber schlafen gehen. Mit Anke ist das ganz komisch. Ich habe sie in all den Jahren noch nie wirklich traurig erlebt wenn wir zusammen waren. Sie war immer eine Frohnatur, obwohl sie sicher Gründe hatte um traurig zu sein. An diesem Abend war es auch so. Wir lachten viel, ihre Mimik ist grandios und ihre Geschichten lebendig. Ich schaue sie gerne an, denn ihr Gesicht strahlt ein Wohlgefühl aus- ist aufmerksam und warmherzig gleichermaßen. Sie kann toll zuhören und stellt immer die richtigen Fragen. Aber was mich an diesem Abend vielmehr fasziniert hat, war ihre unglaubliche Offenheit. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der mit dem Thema Trauer ehrlicher, reflektierter und bewusster umgegangen ist. Es war ein komisches Gefühl gleichzeitig zu lachen und zu weinen. Vor allem weil man diese Anke kaum kannte. Aber vielleicht ist es auch ein Trugschluss und ich habe sie viel öfter traurig erlebt, als ich dachte. Manchmal haben Emotionen eben unterschiedliche Ventile. Eines ist mit Sicherheit Selbstironie und Humor.
Oft wird über Musiker gesagt, dass ihre Musik mit schwierigen Situationen in ihrem Leben zusammenhängen, die sie in ihren Songs verarbeiten. Ich bin Zeuge dieser Entwicklung geworden und hoffe, dass diesem ersten Song viele weitere folgen werden und Ankes Musik viele Leute hören werden. Aber egal was passiert, ich werde nie diesen Moment vergessen, als das Telefon klingelte und Anke mir am Klavier ihren Song das erste Mal vorspielte. Ich habe auf meinem Bett gesessen und geweint. Es ist schon komisch, dass sie das jedes Mal schafft, mein Herz so zu berühren. Ich hoffe auf mehr Liveauftritte dieser kleinen großen Lady...
